Pflanzen

Grüne Büros, florierende Firmen


Mehr Pflanzen ins Büro? Eine gute Idee. Denn begrünte Büros sind nicht nur schöner, sondern auch behaglicher, staubfreier, leiser und gesünder.

Der moderne Mensch kann über 2.000 Grüntöne voneinander unterscheiden. Warum? Weil wir entwicklungsgeschichtlich immer noch die gleichen Jäger und Sammler sind wie vor 50.000 Jahren. Diese ererbte Naturverbundenheit auf psychobiologischer Ebene hat erheblichen Einfluss auf unsere körperliche wie geistige Leistungsfähigkeit.

Wie Pflanzen auf den Menschen wirken, wurde erstmals in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts von der NASA wissenschaftlich erforscht. Seit damals sind zahlreiche Untersuchungen und Studien aus verschiedenen Ländern dazugekommen. Sie alle zeigen, dass sich Pflanzen im Büro vielfältig positiv auswirken:

  • Die Stressempfindlichkeit der Mitarbeiter nimmt ab.
  • Die Gesundheitsprobleme werden weniger.
  • Die Leistungsfähigkeit nimmt zu.


Grüner ist gesünder

Heutzutage leiden immer mehr Arbeitnehmer unter der allgemeinen wirtschaftlichen Situation und unter beruflicher Anspannung. Eine effektive Innenraumbegrünung kann zumindest dem arbeitsbedingten Stress entgegenwirken. Wie die Forschung zeigt, wirkt der Anblick von Grünpflanzen oder ein Blick aus dem Fenster in die Natur innerhalb von Minuten: Der Pulsschlag beruhigt sich, die Atmung wird ruhiger, sogar die Muskelanspannunglässt deutlich nach.

Dauerhaft empfundener Stress dagegen wirkt sich äußerst negativ auf unser körperliches und geistiges Wohlbefinden aus. Bekannte Unternehmen wie etwa BMW oder Lamy setzen deshalb auf Verbesserungen der Arbeitsbedingungen durch professionelle Begrünung. Denn die Zufriedenheit mit der Arbeit und ein als angenehm empfundenes Arbeitsumfeld steigern Leistung, Gesundheit und Motivation der Mitarbeiter. Das hat erheblichen Einfluss auf die Produktivität und Rentabilität eines Unternehmens.


Grün entgiftet

Es ist faszinierend zu sehen, welche zahlreichen positiven Effekte Pflanzen mit ihren physikalisch-chemischen Wirkungen auf das Raumklima am Arbeitsplatz haben: Grünpflanzen verbrauchen Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff. Damit verringern sie die Staubbelastung und verbessern die Atemluft. Über die Blätter wird Wasser verdunstet und an die Raumluft abgegeben. Die Luftfeuchtigkeit regelt sich also auf natürlichem Wege. Damit schützen Pflanzen aktiv vor typischen Bürobeschwerden wie Erkältungskrankheiten, Augenbeschwerden, Müdigkeit und Kopfschmerzen.

Die von Zimmerpflanzen abgegebene Luftfeuchtigkeit ist biologisch gefiltert und praktisch keimfrei. Außerdem reinigen Pflanzen die Büroluft von allerlei Giftstoffen. Einige haben sich dabei als echte Spezialisten herausgestellt:


Pflanzen, die Formaldehyd gut abbauen

  • Echte Aloe (Aloe barbadensis) zu 90 Prozent
  • Baumfreund (Philodendron selloum) zu 76 Prozent
  • Drachenbaum (Dracaena fragrans „Massangeana“) zu 70 Prozent
  • Efeutute (Epipremnum aureus) zu 67 Prozent
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      Pflanzen, die Kohlendioxid gut abbauen

      • Grünlilie (Chlorophytum elatum) zu 96 Prozent
      • Efeutute (Epipremnum aureus) zu 75 Prozent
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          Grün beruhigt

          Auch die emotional-psychologische Wirkung von Pflanzen lässt sich wissenschaftlich nachweisen: Wer in begrünten Büros arbeitet, schätzt vor allem die ästhetischen Aspekte der Innenraumbegrünung. Mitarbeiter in grünen Büros lassen sich nicht so schnell stressen, fühlen sich in ihrem Arbeitsumfeld wohler, sind psychisch stabiler und regenerieren sich schneller. Mit Pflanzen gestaltete Büroräume werden als erfrischender, abwechslungsreicher und konzentrationsfördernder erlebt.


          Grün ist Geld wert

          Eine nachhaltige Innenraumbegrünung bietet Unternehmen auch geldwerte Vorteile. Im Sommer wirken Grünpflanzen regulierend auf das Raumklima und reduzieren so die Kosten der technischen Klimaregelung. Im Winter sorgen die Pflanzen in den Innenräumen für eine höhere „gefühlte Temperatur“. Das senkt den Energieverbrauch und damit auch die Heizungs - kosten. Nicht zu unterschätzen: die positive Wirkung von Pflanzen auf das Firmenimage. Ein „grünes“ Unternehmen zeigt gesellschaftliche Verantwortung und kommuniziert eine positive Unternehmenskultur.

          Selbst die Fluktuationsrate in einer Firma lässt sich mit Bepflanzung senken. Das belegen zahlreiche europäische und amerikanische Studien. Die durch intensive Begrünung erreichte erhöhte Motivation, Arbeitszufriedenheit und Produktivität der Mitarbeiter führen zu geringeren Ausfallzeiten und einem nie drigeren Krankenstand.

          Übrigens: Büropflanzen sind – ebenso wie Büromöbel – steuerlich gesehen Betriebsausgaben.


          Grün nach Plan

          Ob in Alt- oder Neubau – um lebendiges Grün in Bürogebäuden perfekt zu integrieren und Orte zum Arbeiten und Wohlfühlen zu schaffen, sollten Architekten und Grünplaner von Anfang an intensiv zusammenarbeiten. Denn erst der Gedankenaustausch zwischen Gebäude- und Grünplanung ermöglicht eine Architektur, die Ökonomie, Ästhetik und Botanik zu einem humanen Ganzen verbindet.

          Die Pflanzenstandorte und -arten lassen sich so schon in der Entwurfsphase festlegen. Das garantiert dauerhafte Ergebnisse, die Pflanzen gedeihen viele Jahre lang und bringen den Nutzern ihre volle Leistungsfähigkeit. „Wir wollen von den Pflanzen das, was sie am besten können: Klima schaffen“, meint Jürgen Frantz, langjähriger technischer Leiter des Botanischen Gartens der Universität Tübingen, „Pflanzen können das Raum klima wesentlich verbessern, und diese Eigenschaft machen wir uns zunutze.“