Klimatechnik

Cool bleiben – Klimawandel im Büro


Die moderne Klimatechnik ist deutlich besser als ihr Ruf. Und sie wird für Büronutzer immer wichtiger: Hohe Temperaturen senken die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit – und die nächste Hitzewelle kommt bestimmt.

Zehn Tage mit Temperaturen über 30 Grad pro Sommer, das sind wir gewohnt. Doch diese Zahl wird sich in den nächsten Jahrzehnten verdoppeln, schätzt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Schuld daran ist der Klimawandel. Also eine Hitzewelle von mindestens drei Wochen – jedes Jahr! Und in den Ballungsräumen mit ihren Beton- und Asphaltschluchten kann sich der Klimawandel noch viel stärker auswirken als auf dem platten Land.

Hitzewellen bringen viele Büroarbeiter an den Rand ihrer physiologischen Leistungsfähigkeit und machen klar, wie wichtig eine perfekt funktionierende Klimatechnik ist. Nicht nur für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz, sondern auch für die geistige Leistungskraft und Produktivität. Gewerkschaftsführer forderten schon 2003 hitzefrei für Arbeitnehmer. Und viele Betriebe ohne Klimatisierung mussten ihre Mitarbeiter damals notgedrungen früher nach Hause schicken.

Dämmung hält auch Wärme drin

Die aktuelle solarorientierte Architektur ist geprägt von großen Glasfassaden und wirksamen Wärmeschutzmaßnahmen. Im Winter lassen sich damit die Heizkosten deutlich senken, dafür steigen im Sommer nicht selten die Kühllasten. Denn eine gute Wärmedämmung hält die Wärme im Haus. Das heißt aber auch, dass sich in den Sommernächten ein gedämmtes Gebäude über die Fassade kaum noch abkühlen kann. Die Folge: Die Raumtemperaturen steigen. Und je länger eine Schönwetterperiode anhält, desto mehr müssen die „Büromenschen“ in so einem Gebäude darunter leiden.

Amerikanische Fachleute schätzen die Verluste durch Beeinträchtigungen von Konstitution und Gesundheit am Arbeitsplatz auf jährlich 240 Mio. Arbeitsstunden. Umgerechnet sind das drei Mrd. US-Dollar. Rechnet man das sogenannte „Sick-Building-Syndrom“ mit ein, kommen noch weitere 150 Mio. Fehltage hinzu.


Teurer Schweiß

In Deutschland kommen die Wissenschaftler zu ähnlich erschreckenden Ergebnissen: Je nach Studie beklagen sich zwischen 20 und 60 Prozent der Arbeitnehmer über ihr Arbeitsumfeld. Bei diesen Zahlen spielen sicher auch andere Einflussfaktoren eine Rolle. Aber grundsätzlich gilt: Schlecht oder gar nicht klimatisierte Büros machen Mitarbeiter unzufrieden.

 

 

Wie der Verlauf der Kurven zeigt, ist die Akzeptanz bei modernen Klimatisierungslösungen höher als die bei den bisher verwendeten Systemen. Die Kombination von Kühldecke und mechanischer Raumlüftung beispielsweise schafft ein angenehmes, zugluftfreies Raumklima und steigert so die Arbeitsproduktivität.


TIPP

Das Wohlbefinden des Menschen am Arbeitsplatz hängt wesentlich von seiner Umgebung ab. Der Verzicht auf Raumklimatisierung spart Geld – aber auf Kosten des Denkvermögens. Steigt die Raumtemperatur auf 28 Grad Celsius, sinkt die geistige Leistungsfähigkeit auf etwa 75 Prozent!


 

Wie stark die geistige Leistungsfähigkeit des arbeitenden Menschen auch von der Raumtemperatur abhängt, lässt sich wissenschaftlich eindeutig nachweisen. Wissenschaftler am „National Swedish Institut of Building Research“ fanden heraus, dass mit jedem Grad Temperaturanstieg im Raum die geistige Produktivität um bis zu fünf Prozent abnimmt.

 

 

Sind Klimaanlagen „uncool“?

In der öffentlichen Meinung haben Klimaanlagen keinen guten Ruf: Sie machen angeblich krank, verschwenden Energie und sind die Ursache für Missbehagen aller Art. Eine große Zahl von Menschen lehnt die Klimatechnik komplett ab.

Und das nicht ganz zu Unrecht: Vor allem konventionelle Klimasysteme verursachen durch Zugluft erhebliche Befindlichkeitsstörungen. Das zeigten wissenschaftliche Untersuchungen in zahlreichen klimatisierten Gebäuden. Der Anteil un zufriedener Büronutzer liegt hier durchschnittlich bei mehr als 20 Prozent. Erstaunlicherweise führten jedoch Untersuchungen in nicht klimatisierten Gebäuden zu ähnlich hohen Werten.


Kühle Decke, kühle Köpfe

Moderne Klimasysteme beziehen die Wärme speichernden Eigenschaften der vorhandenen Bauteile in die Wirkungsweise mit ein. Kühldecken mit Grundlüftung beispielsweise harmonieren eher mit den körperlichen Bedürfnissen des Menschen. Die Erfahrungen mit diesen Systemen sind eindeutig: In derartig klimatisierten Objekten liegt die Akzeptanz unter den Mitarbeitern bei 95 Prozent und mehr. In den meisten Fällen wurden überhaupt keine ablehnenden Meinungen bekannt.

In vielen Betrieben sinkt nach Einbau einer modernen Kühldecke die Fehlzeitquote in den Sommermonaten auf unter zwei Prozent. Vorher lagen die Fehlzeiten nicht selten bei acht bis zehn Prozent. Wen wundert’s? Ohne Klimatechnik erreichen die Temperaturen im Büro häufig 26 Grad Celsius und mehr.

 

 

Gutes Klima rechnet sich

Lässt sich der Einfluss der Raumtemperatur auf die geistige Leistungsfähigkeit des Menschen auch in Zahlen ausdrücken? Durchaus. Zum Beispiel, wenn man die Auswirkungen in verlorene Arbeitszeit umrechnet.
Multipliziert man die temperaturbezogenen Leistungsfaktoren des Menschen mit den der jeweiligen Raumtemperatur zugeordneten Arbeitsstunden aus der thermischen Gebäudesimulation, kommt man zu beeindruckenden Ergebnissen
(s. Tabelle):

 

 

In einem nicht klimatisierten Büro vermindert sich die Arbeitseffektivität pro Jahr und Mitarbeiter um 127 Stunden – in einem klimatisierten Büro dagegen nur um 36 Stunden. Legt man einen durchschnittlichen Stundensatz von 40 Euro zugrunde, kostet diese verlorene Arbeitsleistung pro Jahr und Arbeitsplatz 5.080 Euro im nicht klimatisierten gegenüber 1.440 Euro in einem klimatisierten Büro. Oder anders gesagt: Die Klimatechnik erbringt pro Arbeitsplatz einen Produktivitätsgewinn von 3.640 Euro – jedes Jahr!

Ein modernes Klimasystem mit Kühldecken und Grundlüftung kostet pro Arbeitsplatz (10 m2 Fläche) rund 3. 600 Euro. Die Investition amortisiert sich also bereits im ersten Jahr. Und dabei sind die weiteren Kostenvorteile wie niedrigere Fehlzeiten und höhere Mitarbeiterzufriedenheit noch gar nicht berücksichtigt.


Frische Mitarbeiter

Bei der Arbeitsplatzgestaltung stehen heutzutage die Bedürfnisse des Menschen und seine uneingeschränkte Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt. Denn dass qualifizierte und motivierte Mitarbeiter das wichtigste Kapital jedes Unternehmens sind, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Schon heute machen die Personalkosten den weitaus größten Anteil der Kosten eines Arbeitsplatzes aus.
Die Fachleute sind sich einig: Auch in Deutschland setzen sich die Erkenntnisse aus der Behaglichkeitsforschung mehr und mehr durch. Die Zusammenhänge zwischen Raumtemperatur, Befindlichkeit und Produktivität sind zu eindeutig. Bereits jetzt gelten Raumtemperaturen von über 26 Grad Celsius für viele Bauherren und Projektentwickler als Planungsfehler. Die ersten Schadensersatzprozesse gegen Architekten und Fachplaner wurden und werden vor deutschen Gerichten bereits ausgetragen. Mieter und Bauherren fühlen sich schlecht beraten und sind nicht bereit, die hohen Folgekosten einer schlechten oder fehlenden Klimatechnik zu übernehmen.

Noch immer sehen viele Entscheider beim Thema Klimatisierung nur die hohen Investitionskosten und nicht die Gesamtbilanz. Doch wenn man den erheblichen Produktivitätsgewinn mit einbezieht, lassen sich die ständig vorgetragenen Kostenargumente gegen die Klimatechnik nicht länger aufrechterhalten. Immer vorausgesetzt, die Klimaanlage bietet auch tatsächlich einen hohen Behaglichkeitskomfort und die Zahl der unzufriedenen Personen liegt unter fünf Prozent. Eine moderne Komfort-Umluftkühlung mit zugfreier Hygienelüftung erfüllt diese Bedingungen. Selbst in thermisch hoch belasteten Gebäuden sorgt dieses bewährte System für eine anhaltend hohe geistige Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter.