Farbe

Frische Farbe fürs Büro


Farben können mehr als bunt: Für gute Laune und saubere Luft, gegen Depressionen und Elektrosmog – mit den richtigen Farben lässt sich jedes Büro optimieren.

Die Welt der Farben bietet uns nahezu unerschöpfliche Möglichkeiten. Vieles haben wir schon gesehen, vieles auch nicht, aber was spricht uns wirklich an? Die Vorlieben des Menschen in Sachen Farbe sind von vielen Faktoren abhängig: Das Alter spielt eine Rolle, das Geschlecht, die Bildung, die Freunde ...
Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wie Menschen Farben erleben – bevor man ein Büro gestaltet.

Rot ist die Liebe, grün ist die Hoffnung,

Welche Wirkungen Farben auf unsere Seele haben können, untersucht die Farbpsychologie: Wie reagieren wir auf verschiedene Farben und welchen unbewussten Einfluss haben sie auf unser Denken und Fühlen?
Eines ist klar: Das Erleben von Farben hängt von sehr unterschiedlichen Faktoren ab. So wirken sich bestimmte Situationen, Stimmungen usw. auf unser Farbempfinden aus, es gibt individuelle und kulturelle Unterschiede. Außerdem: Die Wirkung von Farben ist abhängig von ihrer Sättigung, Transparenz, Einheitlichkeit, Reinheit, Materialauswahl und Form und ist jedes Mal völlig unterschiedlich. Manchmal wirkt ein knalliges Gelb fröhlich und entspannend, manchmal ist es aber auch einfach nur noch anstrengend.

Für unser Wohlbefinden spielt das Erleben der unmittelbaren Umwelt eine entscheidende Rolle. So kann Farbe die Leistung am Arbeitsplatz fördern – oder auch behindern. Büros sollten deshalb farblich hell und heiter sein. Klare Farbakzente, kombiniert mit zarten Nuancen von Rosa bis Lavendel, wirken zugleich beruhigend und erfrischend. Sanfte Pastelltöne wie cremefarbenes Vanille oder helles Blau schaffen eine leistungsfördernde Atmosphäre.
Oberstes Gebot bei der Farbgestaltung: Die Mitarbeiter müssen sich in ihrem Reich wohl und sicher fühlen. Wer sich im Büro geborgen fühlt, kann auch produktiv und kreativ sein.


Laute Farben, leise Töne

Reine Farben eignen sich, wenn überhaupt, nur für kleine Flächen – zum Beispiel, um Akzente zu setzen. Für große Wandflächen sind sie zu laut. Faustregel: Je größer und damit auch je dominierender eine Farbfläche im Raum, desto „leiser“ sollte der Farbton sein. Ideal sind beispielsweise Lasuren – sie weiten den Raum, wirken „weich“ und damit beruhigend, entspannend. So wird die strenge Geschäftswelt etwas emotionaler und sinnlicher.
Farbakzente lassen sich kontrastierend oder harmonisch Ton in Ton setzen. Die Proportionen der einzelnen Farben zueinander sollten dabei sorgfältig abgewogen werden. In jedem Fall sollte die Farbgebung abwechslungsreich und anregend sein, mit Kontrasten, die dem Raum eine visuelle Ordnung verleihen und ihn optisch strukturieren.

Eine angenehme Raumatmosphäre hat auch Einfluss auf Stimmungslage und Gesundheit. Deshalb ist es ideal, wenn der Mitarbeiter selbst bei der Gestaltung seines Arbeitsumfelds Einfluss nehmen kann. Wer zum Beispiel die Akzentfarbe für „seine“ Wand selbst bestimmen darf, identifiziert sich sogleich viel stärker mit seinem Arbeitsplatz – und damit auch mit seiner Firma.


TIPP

Farbe wirkt räumlich und beeinflusst die dreidimensionale Erlebnisqualität. Ist die Decke dunkler als die Wände, wirkt der Raum niedriger. Ist die Decke im Verhältnis zu den Wänden hell abgesetzt, wirkt der Raum leichter und höher.



Dufte Lacke …

Ob Dispersionen, Lasuren, Öle oder Lacke – bei allen verwendeten Produkten steht heute die Gesundheitsverträglichkeit im Vordergrund. Seit Jahren arbeitet die Farben- und Lackindustrie daran, die Belastung der Anwender mit Lösemittelemissionen aus Beschichtungsstoffen weiter zu reduzieren. Schon in den 1980er Jahren wurde die sogenannten ELF-Technologie eingeführt. Sie ermöglichte neue Produkte, die bis auf Wasser praktisch keine flüchtigen organischen Verbindungen mehr enthalten und somit emissionsfrei sind.

Vor wenigen Jahren wurden die ersten TÜV-geprüften, hochdeckenden Umweltraumfarben auf den Markt gebracht, die auch für Allergiker geeignet sind. Sie werden unter besonders strengen Hygienebedingungen hergestellt und kommen ohne Konservierungsstoffe aus. Derartig moderne „Sensitivprodukte“ sind völlig frei von flüchtigen Lösemitteln, Weichmachern, Konservierungsstoffen etc. Eine gute Nachricht für alle Büromenschen, die unter dem Sick-Building-Syndrom leiden. Denn damit gehören allergische Reaktionen wie tränende Augen oder Hautreizungen der Vergangenheit an.

... smarte Farben

Und die Entwicklung geht weiter: Die ersten „Smart Paints“ sind bereits auf dem Markt. Farben, die neben vielen positiven Eigenschaften dem Anwender einen aktiven Zusatznutzen bringen. Beispielsweise eine Dispersions-Innenfarbe mit photokatalytischer Wirkung. Diese Farbe kann auf ihrer Oberfläche organische Substanzen abbauen. Gerüche, Keime, Bakterien, Nikotin – die Farbe reduziert organische Ablagerungen aller Art und macht so die Luft in Innenräumen wieder reiner.

Photokatalysatoren sind Substanzen, die Lichtquanten absorbieren und mit dieser Energie chemische Reaktionen beschleunigen. Der Photokatalysator wird bei dieser Reaktion nicht verbraucht. Titandioxid beispielsweise wird durch das absorbierte Licht hoch reaktionsfreudig: Alle an die Molekül-Oberfläche angelagerten Schadstoffe, selbst komplexere organische Strukturen wie etwa Fettsäuren, Bakterien und Pilze, werden zerlegt und so unschädlich gemacht.
Dass dieser Abbau organischer Schadstoffe tatsächlich funktioniert, lässt sich mit den Substanzen Methylenblau und Stearinsäure nachweisen. Die beiden Testsubstanzen haben die gleichen Eigenschaften wie Kaffee, Tee, Rotwein, Tabakextrakt etc. bzw. die von Fett und organischen Pigmenten. Für beide Stoffe ließen sich mit der photokatalytischen Farbe deutliche Abbauraten nachweisen. Auch die biologische Effektivität wurde überprüft. Das Ergebnis: Schimmelpilze und Bakterien auf der Oberfläche des photokatalytischen Dispersionsfilms waren deutlich reduziert.