Energiemanagement

Energie effektiver einsetzen

In Deutschland sind 60 Prozent der Gewerbeflächen älter als 25 Jahre und unter Gesichtspunkten der Energieeffizienz renovierungsbedürftig. Bei den rund 100 Millionen Quadratmetern Büroflächen, die es in Deutschland gibt, liegt der Nachbesserungsbedarf im energetischen Bereich bei 15 bis 20 Prozent.

Der ineffiziente Umgang mit Energie ist nicht nur schlecht für das ökologische Gleichgewicht. Er treibt auch die laufenden Kosten in die Höhe. Insbesondere für Unternehmen mit hohem Energiebedarf ist ein effizientes Energiemanagement von elementarer Bedeutung. Der Trend ist eindeutig: In Zukunft wird der Wert einer Immobilie vom Energieaufwand bestimmt, der während der gesamten Lebensdauer des Gebäudes betrieben werden muss.


Was kostet die Nutzung?

Von den Gesamtkosten, die im Lebenszyklus einer Immobilie entstehen, entfallen nur rund 20 Prozent auf die Planungs- und Bauphase. Circa 80 Prozent der Kosten entstehen während der Nutzungsphase. Davon sind wiederum 50 Prozent Energiekosten.

Dabei gibt es erhebliche Potenziale zur Reduzierung des Energieverbrauchs. Das fängt beim Einkauf von Energie an und geht über Energiekontrollsysteme bis hin zu Verbrauchsanalysen, Monitoring von Energieverbräuchen und Neuplanung energieeffizienter Anlagen.


Wo bleibt die Energie?

Beim Thema Energieeffizienz gibt es in der Immobilienwirtschaft jedoch noch einen erheblichen Informationsbedarf. STRABAG ist bereits seit Jahren im Energiemanagement beratend tätig. Deshalb wissen wir, wie wichtig die exakte Verbrauchsanalyse für die Energieoptimierung ist. Sie ist der erste und wichtigste Schritt zu einer kostengünstigen Energieversorgung von Gebäuden und Anlagen. Denn nur so werden Schwachstellen in der Energieversorgung einer Immobilie erkannt.


Heimliche Stromfresser

Ob Monitore, Drucker, Fotokopierer oder Scanner – viele Bürogeräte verbrauchen Strom, obwohl sie ausgeschaltet sind. Zum Beispiel:

  • Röhren-Monitore:bis zu 4 Watt
  • TFT-Monitore: bis zu 3 Watt
  • Multifunktionsgeräte: bis zu 10 WattPC: bis zu 5 Watt
  • PC-Lautsprecher: bis zu 7 Watt
  • Printserver: bis zu 1,9 Watt
  • Scanner: bis zu 12 Watt

Dabei ist nicht vom „Stand-by“-Betrieb mit rotem Lämpchen die Rede: Der Geräteschalter steht auf „aus“! Unternehmensweit kann diese fehlende Trennung vom Stromnetz bei Hunderten von Geräten etliche tausend Euro jährlich kosten. Eine abschaltbare Steckdosenleiste kostet keine zehn Euro. Wie viel sich pro Arbeitsplatz sparen lässt, ermittelt ein Leistungsaufnahmezähler für ca. 20 Euro.

 

Watt wirklich zählt

Für die Einführung eines effizienten Energiemanagements ist es zunächst notwendig, alle Gebäudeflächen sowie die Anzahl der Mitarbeiter zu erfassen. Diese Daten werden anschließend im EDV-System hinsichtlich des Stromverbrauchs mit einer ähnlichen Gebäude- und Mitarbeiteranzahl verglichen. Danach werden die Gebäudesubstanz (z.B. Isolierung, Fenster), die Gebäudetechnik, aber auch das Lüftungsverhalten der Nutzer auf Einsparpotenziale geprüft.


Wie man spart

Oft sind es schon einfache Maßnahmen, die Energie einsparen – wie zum Beispiel der Einbau von Sonnenschutzvorrichtungen, neue Thermostatventile oder automatisierte Lüftungen. Kaum bekannt ist, dass sich bis zu 50 Prozent der möglichen Einsparungen durch ein intelligentes Nutzerverhalten beeinflussen lassen.
STRABAG analysiert jährlich rund 2,5 Millionen Energierechnungen und überprüft die Objekte nach Einsparmöglichkeiten. Dies ist ein kontinuierlicher Prozess, da durch Umnutzung, Mieterwechsel oder neue Gebäudetechnik ein ständiger Optimierungsbedarf besteht.